Ausblick

 

Unternehmensgröße macht den Unterschied

In jedem Unternehmen wird die Umsetzung des Qualitätsgedanken unterschiedlich behandelt.

Kleinere Unternehmen investieren kaum bis gar keine Zeit in diese Aufgabe als separate Funktion, auf Grund der wirtschaftlichen Tragbarkeit. Unternehmen mittlerer Größe investieren in einen Qualitätsbeauftragten, der als Tätigkeitsschwerpunkt das Erreichen einer Zertifizierung und deren Aufrechterhaltung hat. Auditerfüllung und Produktionssteuerung stehen eindeutig im Vordergrund. Größere Unternehmen beauftragen eine ganze Qualitätsabteilung nicht nur mit der Pflicht der Auditplanung, sondern mit allen notwendigen Maßnahmen für eine qualitätsgerechte Produktplanung. Von der Entwicklung über die Produktionssteuerung bis hin zum Anwenden und Einführen neuer Qualitätsmethoden unterstützt diese Abteilung alle Bereiche des Unternehmens. Dabei sind deren Mitglieder bis in den Vorstand vertreten.

 

Kompetenzen

Häufig haben diese Abteilungen jedoch keine Weisungsbefugnis und nur einen beschränkten Verantwortungsbereich im Tagesgeschäft. Die operativen Kompetenzen sind so stark eingegrenzt, das die Qualitätsabteilung meist nur ein Dienstleister im eigenen Haus ist. Der Einfluss auf Produkte kommt also eher indirekt über unabhängige Beurteilungen der Produkte zu Stande. Eine Möglichkeit des Einflusses besteht lediglich in den Fällen, in denen bedeutende Vorfälle die Freigabe des Produktes durch eine Empfehlung stoppt. Die Verantwortung für das Produkt hat jedoch immer noch die Entwicklung, die das Produkt frei gibt.

Eine Vergrößerung des Einflusses der Qualitätsabteilung kann nur erfolgen, wenn sie direkt am Freigabeprozess beteiligt wird. Wenn die Qualität nicht ausreichend ist, wäre so gewährleistet, dass im Notfall Handlungskompetenz erfolgen kann. In der Praxis findet diese Vorgehensweise jedoch kaum statt, sodass der Fokus der Qualitätsabteilung in der Methodenkompetenz liegt.

Eine andere Möglichkeit zur Erhöhung des Einflusses der Qualitätsabteilung könnte erreicht werden, wenn die Methodenkompetenz in die Fachabteilungen, bzw. funktionalen Bereiche integriert werden. Die Qualitätsabteilung wäre dadurch keine Stabsstelle mehr und somit wären die Methodenkenntnisse bei den Entwicklern vorhanden, die letztendlich für die Produktqualität verantwortlich sind. Vielen negativen Randerscheinungen und Imageproblemen würden man so begegnen können.